TRX-Training – „Abhängen und fitter werden“

von Andreas Bösch

Allgemein

TRX-Training oder "Abhängen für Fortgeschrittene"
ein Interview von fitness today und Andreas Bösch

Die Hände in wackligen Schlingen, der Körper in Schräglage: Training an TRX-Schlaufen hat es in sich. Andreas Bösch erklärt, warum wir uns das trotzdem antun sollen.

fitness today: Herr Bösch, trainieren Sie selber mit den TRX-Schlingen?

Bösch: Ja, für mich ist es eine sinnvolle Ergänzung zum herkömmlichen Krafttraining. Ob klassische Maschinen, Hanteln, Gymnastikball, EMS oder TRX - jedes Trainingsgerät hat seine speziellen Vorteile (und Nachteile). TRX schult meine Koordination die ich zusätzlich auch mit instabilen-Untergrund Übungen optimiere.

fitness today: Welchen Vorteil hat das TRX-Training gegenüber einem herkömmlichen Workout?

Bösch: Es ist ein koordinativ anspruchsvolles Training mit einer Vielfalt an Übungen die gleichzeitig viele Muskelgruppen effektiv trainieren. Allerdings ist die Übungsausführung in den Schlingen relativ anstrengend und setzt eine gewisse Koordination voraus. Es ist ein großer Unterschied, ob man freie Liegestütz auf dem Boden macht oder seine Hände in den wackligen Schlaufen - wie beim TRX - abstützen muss. Dabei muss man den Körper während der Ausführung ständig aktiv stabilisieren - erst dann kann man die Übung korrekt durchführen. Wichtig dabei: Nur wenn ich eine Übung am TRX beherrsche, wird sie funktional, da ich dann die Muskelketten (=das Zusammenspiel mehrerer Muskeln) gezielt trainiere.

fitness today: Läuft was falsch, wenn die Muskeln dabei zittern?

Bösch: Nein, das Zittern ist völlig unbedenklich. Es zeigt lediglich die hohe muskuläre Belastung. Bleiben wir beim Liegestütz-Beispiel: Auf dem Boden kann ich mich "einfach" hochdrücken oder an einer Maschine unter gesicherten Bedingungen das Gewicht wegdrücken. Beim TRX-Training hingegen gibt es keine fixen Punkte. Ich muss die Griffe also selber stabil halten, da sie sich sonst ständig wegbewegen.

fitness today: Deshalb zahlt sich das „Reinhängen“ aus?

Bösch: Ja. Durch die erschwerten Bedingungen werden zum einen mehr Muskelgruppen angesprochen. Außerdem liefert das TRX-Workout einen zusätzlichen koordinativen Trainingsreiz. Vorhandene Dysbalancen und eine einseitig trainierte Muskulatur werden schnell offensichtlich und sollten gezielt ausgeglichen werden.

fitness today: Ist TRX-Training nun besser als herkömmliches Krafttraining?

Bösch: Nein, TRX-Training ist Teil des Krafttrainings. Natürlich ist eine TRX-Liegestütze effektiv, da der Trainingsreiz durch die instabilen Bedingungen hoch ist. Allerdings gibt es keine klare Abgrenzung zum klassischen Krafttraining - also was besser ist. Schliesslich erreichen wir Krafttrainingseffekte generell dadurch, dass wir ein Gewicht mit einer mittleren bis hohen Anstrengung bewegen. Dem Muskel ist es also letztendlich egal, ob er das eigene Körpergewicht oder eine Eisenhantel bewegt.

fitness today: Gibt es auch Nachteile?

Bösch: TRX ist nicht gerade das einfachste Workout und eine eher gefährliche Option, wenn die Übungen nicht stabilisiert werden können und man dadurch zwangsläufig mit Fehlhaltungen trainiert. Wenn Untrainierte auf die hohe Belastung nicht vorbereitet sind oder sogar nach der Crossfit-Methode bis zur völligen Erschöpfung trainieren, provoziert das Verletzungen. Eine gewisse Grundfitness sollte man mitbringen, damit man die Übungen beherrscht. Mit Einsteigern oder Älteren reicht es zu Beginn meist, eine Position einfach nur statisch zu halten, damit die Belastung geringer wird und kontrolliert werden kann.

fitness today: Welchen gesundheitlichen Wert hat das Training?

Bösch: Um gesundheitliche Effekte zu erzielen, muss man keine wahnsinnigen Gewichte bewegen. Das eigene Körpergewicht und klassische Übungen eignen sich dazu hervorragend. TRX ist durchaus empfehlenswert, erfordert aber professionelle Betreuung und sollte von Laien nur unter Aufsicht von Profis durchgeführt werden.

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Über Andreas Bösch

Der Fitness-Experte mit über 28-jähriger persönlicher Erfahrung im Ernährungs- und Fitnessbereich, weiss genau was er anderen vermittelt. Die Erfahrung aus weit über 15.000(!) Einzelcoachings und das Gespür für seine Klienten sind Gold wert. Andreas Bösch sagt hierzu gerne: „Erfahrung musst Du Dir erarbeiten, die kannst Du nicht kaufen.”

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